Aus Olivers Tagebuch

"...Seit einer Woche fiebere ich bereits unserer nächsten Probe entgegen. Heute ist es endlich soweit Lovely Day! Ohrwürmer auf den Lippen laufe ich die Penny Lane hinunter. Ein paar Raindrops keep falling on my Head, aber nur Time after Time. Die Aussicht auf Groove zieht mich weiter und mich selbst aufmunternd sage ich Don`t stop Me now zu einem noch fernen Wolkengetüm. Doch meinem Aya Ngena spottend ist es wenige Schritte später am Ufer des Moon River bereits zu einer himmelsfüllenden schwarzen Wolkenmasse angewachsen, die auch die Capri Fischer blaß aussehen läßt. Between the Devil and the deep blue Sea denke ich und bevor ich mich unterstellen kann, schüttet es wie aus Kannen. Meine Eternal Flame kühlt merklich ab When Sunny get´s blue. For the longest Time fühle ich mich wie ein Motherless Child. Endlich, nach einer endlosen Zeit reißt das Schwarz auf, und die Sonne gießt wie an der Copacabana oder in Spain wieder Wärme auf mich. Ich sehe mein nasses Spiegelbild in einem Schaufenster, bin ich dieser Man in the Mirror?.The Way You look Tonight sieht nicht gerade nach Puttin on the Ritz aus. Mehr Sentimental Journey denn Caravan of Love biege ich schließlich um die letzte Ecke. Doch was Ramona, Georgia, Lady Madonna, Gabi und Klaus kommen mir entgegen, aus der Ferne ein verwehtes Goodnight Sweetheart. Habe ich etwas verpaßt, eine andere Zeit und Kein Schwein ruft mich an? Hat das Regen-Siahamba mich die Zeit vergessen lassen? Mit einem Hans bleib da ruft Sir Duke mich zurück aus meinem Dream a little Dream eingetaucht in die dichte Atmosphäre mit- und gegeneinander laufender Harmonien. Einige letzte Mollsept- und Dur-Kadenzen, ein abschließendes Beisammensein zur allgemeinen Kehlenpflege und ich werde in eine weitere lange Woche entlassen bis zum nächsten Lovely Day.

Einige Jahre später, Tagebuchnotizen von Uwe

Manchmal fühle ich mich wirklich wie ein Motherless child. Gerade, wo ich es erst vor einem Monat habe Through the grapevine läuten hören, dass sie mich wegen eines anderen ... Naja, da kommt gerade Clair, vielleicht meine neue Flamme? Leider hat sie auch Trauer. Ihr Liebster ist alleine auf Weltreise gefahren, Selbstfindung nennt mann das heute bei Männern um die 40. Jetzt schreibt er ihr immer Karten; aus Kokomo und von der Copacabana. Berichtet über die Caravan of love, wie das so ist Walk like an Egyptian oder den Moon over Bourbon Street zu sehen.Dieser Southamerican getaway soll bleiben wo der Pfeffer wächst. Ich wäre schon glücklich, mit ihr Moon river-mäßig einen Abend an der Alster zu verbringen. Ist She der Spiegel meiner Träume, frage ich mich? Um Sie zu trösten, versuche ich es zunächst mit der You can cry me a river und Don't you worry-Masche. Got to get you into my life denke ich dabei. Wenn ich ihr ins Gesicht sehe, schlagen meine Gedanken Purzelbäme. My funny valentine. Ain't she sweet? Ich für meinen Teil habe jedenfalls For the longest time meiner Ex nachgeweint. Es will mir aber den ganzen Nachmittag nicht wirklich gelingen, sie aus der When Sunny gets blue-Stimmung rauszuholen. Ich beschließe, es langsam angehen zu lassen, Time after time heißt meine Devise. Beim Abschied umarmen wir uns herzlich, ich hauche einen Kiss on my list über ihr Ohr und denke an All the things you are. Ein Dream a little dream of me kommt leider als profanes Tschüß über meine Lippen. Wir verabreden uns zu einem Abendessen in der nächsten Woche und mir gehen spontan The way you look tonight und Baby it's cold outside durch den Kopf. Wir trennen uns und ich hasste auf meinem Rad los, um nicht allzu spät zum Einsingen zu erscheinen. Abends denke ich an mein Nachmittagserlebnis und frage mich, was aus dieser Beziehung (?) wohl werden wird. Wird es noch viele gemeinsame Lovely days für uns geben, oder entsprechen meine Gedanken lediglich What a fool believes?